MAZAK iSmart Fabrikbesuch in Japan

Kürzlich besuchten wir die MAZAK-Werke in Japan – ein Unternehmen, das von der Familie Yamazaki gegründet wurde. Auf der diesjährigen EMO-Messe stand bei MAZAK das Thema Industrie 4.0 im Mittelpunkt. Am Stand wurde unter anderem das iSmart Factory-Konzept vorgestellt, das wir persönlich im Werk Oguchi besichtigen konnten. Darüber hinaus besuchten wir das Technologiezentrum des Unternehmens sowie die Werkseinheiten Minokamo und Seiko, wo neben der additiven Fertigung auch Multitasking-Maschinen (INTEGREX) sowie die neueste Generation von CNC-Bearbeitungszentren und CNC-Drehmaschinen präsentiert wurden. Außerdem besichtigten wir das Optonics-Werk, in dem Laserschneidmaschinen im Untergeschoss gefertigt werden.
Das MAZAK-Werk wurde 1919 von Sadakichi Yamazaki in Nagoya gegründet. Zunächst wurden Maschinen zur Herstellung von Strohmatten produziert, dann industrielle Holzschneidemaschinen, bevor 1928 mit der Fertigung von Werkzeugmaschinen, Drehbänken und Bohrmaschinen begonnen wurde. Dies legte den Grundstein für die kontinuierliche Weiterentwicklung des heutigen MAZAK-Fertigungsunternehmens. MAZAK zählt weltweit zu den führenden Werkzeugmaschinenherstellern und verkauft rund 30 % seiner Maschinen in Europa.
Doch wie gelangt man eigentlich zur Planung und Umsetzung einer iSmart-Fabrik?
MAZAK startete 1981 sein erstes flexibles Fertigungssystem, bei dem Roboter bereits das Rohmaterial zu den Bearbeitungszentren transportierten. Zwischen 1983 und 1986 durchlief die Fertigung eine enorme Entwicklung. Die Grundlage für die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (m2m) wurde gelegt, die Produktion begann Computer einzusetzen, und das Computersystem kommunizierte damals noch einseitig mit der Produktion. 1998 wurde die bidirektionale Computerkommunikation eingeführt. Ab 2006 wurde die eFactory entwickelt, in der Fertigungszellen bereits autonom arbeiteten und auch der Spannfutterwechsel von Robotern durchgeführt wurde. 2017 folgte schließlich die iSmart-Fabrik.
Was ist die iSmart-Fabrik?
Die Mazak iSmart Factory basiert auf drei Kernpfeilern: der SMOOTH-Technologie; der neuen SmartBox, die schnellere Datenanalyse bei erhöhter Sicherheit ermöglicht; sowie dem MT Connect Standard-Kommunikationsprotokoll. Die Komponenten sind so miteinander verbunden, dass sie einen Echtzeit-Datenaustausch zwischen der Fertigungslinie und den Büros ermöglichen – was für Hersteller kürzere Durchlaufzeiten, reduzierten Prozessbestand und niedrigere indirekte Bearbeitungskosten bedeutet. Die SMOOTH-Technologie – die den weltweit schnellsten CNC-Controller sowie die Smooth Process Support (SPS) Fabrikverwaltungssoftware umfasst – steht im Mittelpunkt der Industrie 4.0-Infrastruktur von Mazak. Das SPS enthält Softwaremodule, die dem Management wertvolle Informationen liefern können. Durch Funktionen wie Bearbeitungsprogrammgenerierung, zentrales Werkzeugmanagement, Fertigungsplanung und Echtzeit-Fernüberwachung des Maschinenstatus ermöglicht die netzwerkbasierte Datenweitergabe den Werks- und Systemverantwortlichen höchste Effizienz. Erfahrungsgemäß lässt sich damit die Bearbeitungszeit um 30 % reduzieren; zudem wird der vollständige Maschinenstatus vernetzt und eine Echtzeit-Überwachung und -Analyse ermöglicht.
Während des einwöchigen Besuchs sorgten neben den neuesten Technologien auch die Familie Yamazaki, MAZAK-Präsident und CEO Tomohisa Yamazaki sowie die Unternehmensführung und die ungarische Vertretung dafür, dass die Gäste traditionelle japanische Werte kennenlernen konnten – was nicht nur das ungarische Team, sondern alle internationalen Besucher gleichermaßen beeindruckte.
Quelle: MAZAK, MIMTA2017

